Eine Bewohnerin der Senioren-WG erzählt

Eine Bewohnerin der Senioren-WG erzählt

In der Senioren-WG „Am Wasserturm“ bewohnt Elfriede Martin seit 2021 ein Zimmer. Die ehemalige Bäuerin aus Römersgrün wurde im Oktober stolze 99 Jahre alt. Auf ihre Vergangenheit blickt sie mit einem Lächeln im Gesicht zurück. Ihr ganzes Leben hat sie den 3-Seiten-Bauernhof ihrer Familie bewirtschaftet und sich liebevoll um ihre Lieblingstiere, die Milchkühe, gekümmert. Nebenbei arbeitete sie in der LPG und nach der Wende auf einem Agrarhof.

Was hat Sie dazu bewegt, in die Senioren-WG zu ziehen?

Schon in meinem Bauernhof wurde ich die letzten Jahre durch den mobilen Pflegedienst Hirsekorn mehrmals am Tag betreut. Leider ereilte mich ein Schlaganfall. Das nette Personal hatte bereits alles in die Wege geleitet und mich in der Senioren-WG angemeldet. Hier bin ich wieder fit geworden und bekomme hilfreiche Unterstützung in meinem Alltag.

Wie erleben Sie die Unterstützung durch den Pflegedienst im Alltag?

Mit uns wird sehr liebevoll umgegangen. Wenn wir einen Wunsch äußern, tun die Schwestern alles, um ihn uns zu erfüllen. Ich bin froh, hier gelandet zu sein, statt in einem herkömmlichen Altersheim.

Wie sieht hier ein typischer Tag aus?

Nachdem ich aufgewacht bin, kommt immer eine Schwester und hilft mir bei der Körperhygiene und beim Anziehen. Es hat mich sehr überrascht, dass ich mir jeden Morgen zum Frühstück wünschen kann, was ich möchte. Das hätte ich vorher nicht gedacht. Bis zum Mittagessen lese ich die Reichenbacher Zeitung und manchmal spiele ich mit meinen Mitbewohnern eine kleine Partie. Über Ausflüge freue ich mich immer besonders. Oft werde ich mit dem Rollstuhl ausgefahren oder wir bekommen auch mal Besuch von Musikern, die für uns spielen. Gern erinnere ich mich an den Ausflug zu einem Lamahof. Ich lege mich auch gern einfach mal in mein Bett oder schaue Fernsehen.

Was hat sich in Ihrem Leben positiv verändert, seit Sie hier wohnen? Ich habe keine Arbeit mehr im Haushalt, das ist eine richtige Erleichterung. Jetzt brauche ich auch Hilfe beim Laufen. Hier gibt es überall Geländer und Griffe, um mich festhalten zu können. Ein gutes Zuhause bedeutet für mich, dass alle Verständnis untereinander haben. Davon gibt es hier sehr viel. Ich kann gar nicht glauben, dass ich in einem Jahr schon hundert werde. Meine Mitbewohner*innen haben angekündigt, dann auf den Tischen für mich zu tanzen.